Info zum Album “We Should Have Been Stars”
Mist sind neben Schwarz die zweite Band des in Spanien beheimateten Labels Astro Records, die den Weg in unseren Katalog gefunden hat. Sänger und Gitarrist Rick Treffers ist ursprünglich Mitarbeiter in der spanischen Astro-Chefetage, doch um 2000 herum zog es ihn von Madrid nach Amsterdam, wo er quasi die Benelux-Aussenstelle von Astro Records gründete. Von dort aus kam auch die erste Kontaktaufnahme mit Tumbleweed zustande.
“Im Oktober 2001 war ich sehr beeinflusst von Weihnachten und Dusty Springfield`s Interpretation einiger Burt Bacharach Songs. War Mist bis dahin eher eine konventionelle Rockband, trafen wir genau in dieser Zeit die Entscheidung von nun an in erster Linie sehr ruhige, fast vollkommen unverzerrte Musik zu machen. Berechenbare Smash-Hits und griffige Gitarrenkracher, die ihre Wirkung zwar nicht verfehlen, in sich aber eher ein kurzes Verfallsdatum tragen, wurden ausgemistet. Ich hatte gerade einen Haufen dramatischer Easy-Listening-Songs wie “We Should Have Been Stars”, “Love Should Be Fun” und “The Belong Song” geschrieben und fühlte mich sehr wohl mit dieser Entwicklung.
In Kürze: Ruhe statt Lautstärke. Unsere Entscheidung wurde erleichtert, durch die Art und Weise, in der wir begannen “We Should Have Been Stars” aufzunehmen. Streicher, verschiedene Orgeln und zerbrechlich wirkende Gesangs- und Gitarrenspuren, passten einfach besser zu unserem kleinen 16-Spur Digitalrecorder und den akustischen Eigenheiten unseres plüschigen Proberaums, als eine polternde Bassdrum und vielfach gedoppelte Rockgitarren.
Innerhalb weniger Wochen setzten wir unser neues Konzept um. Wir nahmen zum Beispiel “Open Arms” und “The Prime Of Your Life” im ersten Anlauf komplett auf und dies ohne die Titel vorher geprobt zu haben. Oder das minimalistische Fender Rhodes-Piano, in “Thank You For Your Promises”, haben wir spontan in den frühen Morgenstunden aufgenommen und es klingt genau so neben der Musik, wie ich mich bei der Aufnahme auch gefühlt habe.
Verschiedene Filter und Effekte, falsche Noten, Zufall und Zweifel bringen manchmal mehr Leben in eine Geschichte als endlos ausgefeilte Arrangements oder studierte musikalische Fähigkeiten. Die grundsätzliche Idee hat bei diesem Album für uns funktioniert, sowohl aufnahmetechnisch als auch textlich.
Der Wunsch auszudrücken wie es ist, wenn man von seinen Gefühlen überflutet wird und hin und her taumelt zwischen Liebe, Angst und Glück (floating on the wild sea of love), findet sich in meinen Texten. Ich möchte diesen Gefühlen einen Namen geben, sie strukturieren. Der Einsiedler trifft den Idealisten. Der Mathematiker den Melancholiker. Wenn Beziehungen zerbrechen, fängt einer damit an Fragen zu stellen. Und wenn sich hier keine Antworten ergeben, dann fängt man unter Umständen an, die Antworten in einem Song zu suchen.”
Rick Treffers / 2003




