Info zum Album “You Win Some You Lose Some”

17 Mai 2009 No Comment

Oberflächlich betrachtet ist es nicht von der Hand zu weisen: THE TRUTH ABOUT aus Bonn/Köln sind eine „Mädchenband“, auch wenn der Verlust deseinzigen männlichen Bandmitgliedes Namri Dagyab (Gitarre) kürzlich eben doch wieder mit einem Gitarristen, Klaas Tigchelaar, aufgestockt wurde. Es fand sich einfach keine passende Gitarristin und irgendwie fehlte Sängerin/Gitarristin Sabrina Szabo, Bassistin Rike Müller und Schlagzeugerin Susanne Adamski auch eben genau dieser Konterpart.

Weniger oberflächlich betrachtet ist der Sound der Band zwischen Gitarrenpop und Indierock eine deutliche Reminiszenz an den britischen Indie-Sound der 90er Jahre, eine reduzierte Hommage an den Girlpop der 60er und eine Verneigung vor dem verschachtelt-melodiösen Postrock des neuen Jahrtausends - stets distanziert durch die intuitiv weibliche Herangehensweise. Da treffen schon malkomplexe Jazzakkorde auf dichte Powerchords, der Bass erspielt sich seinen Freiraum abseits der Grundtöne und das Schlagzeug groovt reduziert aber vertrackt mit den wunderschönen zweistimmigen Gesängen von Sabrina und Rike. THE TRUTH ABOUT machen tanzbare Musik, ohne sich mit 80er-Revival,Electroclash oder sonstigen neumodischen Trends aufzuhalten und schwimmen damit gekonnt und originell gegen den Strom.

Nach der Gründung 2005 wurde schon bald mit dem ersten selbstaufgenommenen Demo getourt. THE TRUTH ABOUT gewannen 2007 beim „Open Music-Contest“ und weckten noch im selben Jahr das Interesse von Deutschlands sympathischstem Noiserock-Produzenten Guido Lucas (Scumbucket, Blackmail). In seinem Troisdorfer BluBox-Studio entstand 2008 das Debütalbum „You Win Some You Lose Some“, das elf Songs zwischen Indiepop,Gitarrenbrett, Mitsingrefrains und Melancholie enthält und im April 2009 beim Kölner Label Tumbleweed (Vertrieb: Broken Silence) erscheinen wird.

2009 sind THE TRUTH ABOUT mit neuem Gitarristen und den Songs des Debüts wieder unterwegs, um die ganz eigene Formel gegen das Schubladendenken an die interessierten Ohren zu bringen, die keinen kurzlebigen Trends aufgesessen sind und in THE TRUTH ABOUT mehr sehen und hören, als bloß eine emanzipierte „Mädchenband“ mit Alibi-Gitarristen.

Bob Ludwig, Juni 2008

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